| Enkaustik – Malerei |
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Die Technik der Wachsmalerei ist - nach den Höhlenmalereien - die wohl älteste Malkunst. Der Begriff „Enkaustik“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Einbrennen“. Die gängige These geht davon aus, dass die uralte Maltechnik, bei der Bienenwachsfarben heissflüssig mittels eines bügeleisenförmigen Gerätes auf den Malgrund aufgetragen werden, ihre Blütezeit im antiken Ägypten und Griechenland, also vor ca. 6000 Jahren hatte. Die Künstler des Altertums verstanden es, durch Licht- und Schattenwirkung und dem tiefen Glanz der leuchtenden, satten Farben, Gemälde mit einer unvergleichlichen Ausstrahlung zu gestalten. Im Altertum waren es die materialisierten Gedanken, die mit Feuer unvergänglich auf Holz oder Elfenbein eingebrannt wurden.
Die Technik der Enkaustik ist einparadoxes Zusammenspiel von Zufall und ausgefeilter Technik. Der Zufall ist ein wichtiges Charakteristikum. Es ist das scheinbar unbewusst Geschehene, ein durch Spontaneität und Risiko, sowie meditative Empfindungen entstandener und zugelassener Arbeitsprozess. Vieles darf Geheimnis bleiben und uns deshalb noch mehr beschäftigen.
Das Symbolische im Bild ist ein unausgesprochener Wert. Es ist ein Mittler zwischen der erkennbaren Realität und dem mystischen, unsichtbaren Reich der Philosophie. Sie reicht deshalb vom bewusst Verständlichen bis in den Bereich des Unbewussten. Es ist aber auch möglich, Bilder zu gestalten, die der Natur nachempfunden sind und die eine grosse Ausstrahlungskraft besitzen.
Im Mittelalter wurde diese Technik durch die Ölmalerei fast vollständig verdrängt. Da Vinci, Michelangelo und zuletzt sogar Goethe versuchten, sich mittels der Enkaustik-Technik auszudrücken, wandten sich aber rasch wieder den anderen Techniken zu. Wohl weil das Erwärmen und Applizieren des Wachses damals sehr aufwändig war. Erst seit stabilisierte Niedrigtemperatur-Werkzeuge und moderne Farbpigmente in Wachsmischungen zur Verfügung stehen, erlebt Enkaustik eine neue Blütezeit. Die modernen Werkzeuge erlauben ein Auftragen des Wachses mit einem Wärmeeisen oder Spachtel auf die Unterlage. Das Material wird dabei beliebig verändert und bearbeitet.
Viele effektive Techniken können so kreiert werden und ein Potential an neuen, ungeahnten Möglichkeiten wird offenbar. |


